• Elke Erben

Gedanken aus dem Atelier (6)

Die innere Quelle auffüllen


Vor Kurzem war ich für eine Weile unterwegs am Meer – genauer an der Ostsee. Mit dem Wohnmobil von Lübeck bis Flensburg ganz im Norden, habe ich es genossen, auf der Reise zu sein, zu schauen, zu riechen, zu hören. Ich habe meine "innere Quelle aufgefüllt", wie das Julia Cameron in ihrem Buch "Der Weg des Künstlers" nennt.


Allerdings habe ich weder gemalt noch im Skizzenbuch gearbeitet, auch wenn ich mein Material dabei hatte. Ich wollte einfach nur mit allen Sinnen die Umgebung aufnehmen, aufsaugen, was ich am Meer so liebe und was mir Energie gibt.

Ich habe am Strand gesessen und den Wellen zugeschaut, hier einen Stein, dort ein angeschwemmtes Stück Seil eingepackt. Ich habe mich durch Ausstellungen treiben lassen und kleine Galerien besucht, mit schnellem Klick der Kamera visuelle Notizen gemacht (meist war das ausdrücklich erlaubt).

Auf diese Weise habe ich jede Menge Inspirations-Schnipsel gesammelt. Sie werden Empfindungen und Emotionen aus dem Norden wachrufen, wenn ich im Atelier stehe.


Ich sehe diese Zeit als eine Form von persönlichem "Art Retreat", einen kleinen Rückzug vom Alltag einerseits aber auch von der Kunst-"Produktion". Eine Zeit, um dem nachzuspüren, was mich berührt und was ich in meine Werke einbringen möchte. Ich denke, diese kleinen Auszeiten sind ungeheuer wichtig, vor allem in unseren jetzigen Tagen.


Foto und Text: Uta Lösken

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